Ramajis Übergang 683-776

Meine Reise von „kein Selbst“ zum „kosmischen Selbst“ (Von LOC 683 zu LOC 776)

Mein Übergang von den LOC 600ern („kein Selbst“) zu LOC 776 („kosmisches Selbst“) passierte im Jahr 2000. Ich führte kein Tagebuch zu dieser Zeit. Ich war die meiste Zeit dieses Jahres hauptsächlich in einem Schockzustand.

Ich verweise auf den LOC 776 in der Überschrift dieses Kapitels, weil der Sprung von „kein Selbst“ ins „kosmische Selbst“ eine Bewegung von LOC 683 auf LOC 776 war. Als dieser Sprung passierte, war ich mir dessen nicht bewusst. Ich hatte zu dieser Zeit mit den Auswirkungen des Sprungs und dem LOC 776 zu tun.

Die Einträge in meinem Tagebuch zeigen die Entwicklung von LOC 776 in LOC 793 in Vorbereitung auf den nächsten großen Sprung in LOC 845. Dieser Ausschnitt hier zeigt wie es Auf und Ab (Vor und Zurück) ging, während der Stabilisierung in den 700ern.

Die Geschichte wie ich in den LOC 700 sprang wird vielleicht nicht das sein was du erwartest. Es war nicht das Resultat von tagelangem meditieren während eines Retreats. Das Ereignis, dieser spirituelle Schock der hinter der großen Veränderung stand, war so erdig wie es nur geht. Mein Herz wurde gebrochen.

Die kurze Version ist – ich habe mich in eine 12 Jahre jüngere Frau verliebt. Die ersten Jahre war das O.k. Ich war in meinen 40ern. Sie war in ihren 30ern. Aber dann tauchten Differenzen auf.

Es stellte sich heraus, dass es meine Vorstellung einer guten gemeinsam Zeit war, zu Hause zu bleiben und gemeinsam abzuhängen. Ihre Vorstellung einer guten gemeinsamen Zeit war es, einen Berg zu besteigen oder andere neue Abenteuer zu erfahren. Schlußendlich hatte sie einen anderen Liebhaber während sie noch immer mit mir lebte. Es endetet damit, dass sie ihn heiratete.

Da ist nichts Neues oder Originelles an so einer Geschichte. Das passiert Menschen jeden Tag auf der ganzen Welt. Der Unterschied war die Intensivität der Auswirkung dieser Trennung.

Die Auswirkung ging weit über den Fakt hinaus, dass ich sie immer noch liebte, als wir uns trennten. Es ist wie wenn man eine Atombombe benutzt um eine Fliege zu töten. Der emotionale Einschlag nahm mir die Fähigkeit zu fühlen – für fast ein Jahr.

Diese Atombombe hat meinen emotionalen Kreislauf vollkommen eingefroren. Ich war nicht mehr in der Lage etwas zu fühlen. Ich funktionierte im Leben wie eine effiziente gleichgültige Maschine. Mein Körper und mein Verstand waren ok. Aber ich hatte keine Emotionen mehr wie früher.

Das Lustige daran war, dass es mir egal war. Dieser völlige Mangel an Emotion fühlte sich für mich mit der Zeit wie ein Segen an.

Zuerst war ich schockiert davon. Es erschien mir wie eine schreckliche Sache. Aber langsam dämmerte es mir, in welchem Umfang meine emotionalen Bedürfnisse mich noch immer herumgestoßen und manipuliert hatten. Als mich dieser spirituelle Schock im Jahr 2000 traf, lebte ich bereits seit 8 Jahren als das leere „Nicht-Selbst“ (no self) und Nicht-Handelnder (non-doership).

Dieser verheerende Schock ereignete sich im Januar 2000. Im Oktober 2000 zog in nach Las Vegas, Nevada. Ich hatte Tag-Visionen – klare Wachträume von einer Stadt mit leuchtenden Neonlichtern.

Während ich eine neue TV Show über Las Vegas sah, realisierte ich, dass es der Ort war, der mir (in den Visionen) gezeigt wurde. Ich war nie zuvor dort gewesen. Ich hatte kein Interesse an Las Vegas, aber die Signale waren absolut eindeutig. Das was mir wirklich attraktiv erschien war der durchgehende Sonnenschein dort. Ich hatte genug von dem Dauerregen 10 Monate lang in Portland, Oregon.

Ich zog in die Innenstadt von Las Vegas. Das ist der alte Teil mit den alten Kasinos. Ein Kasino war von den frühen 1900ern. Ich mag Geschichte, deswegen gefiel mir dieser Aspekt.

6 Monate lang sprach ich mit Niemandem. Es gab nur eine Ausnahme. Ich musste die Angestellten im Supermarkt nach den Preisen fragen. Aus irgendeinem Grund, schrieben sie keine Preise auf ihre Waren, deswegen musste ich danach fragen.

Ich traf meine Frau Linda in Las Vegas, im November 2001. Es war ca. ein Jahr nachdem ich hierher gezogen bin. Während dieser Zeit hatte ich kein Interesse in Verabredungen, in Sex oder in eine Beziehung. Es interessierte mich auch nicht, ob ich Freunde hatte, aber es gab da einen Typ, einen alten TM Meditierenden, der mich mochte und darauf bestand mich zu treffen. Er war ein Verkaufsmann. Ich konnte nicht Nein sagen.

Sich nicht zu verabreden oder kein Interesse an einer Beziehung zu haben klingt für dich vielleicht nicht nach einer großen Sache – für mich war es das aber. Denke einfach an dein größtes, wichtigstes, entscheidenstes Bedürfnis, welches du hast.

Es könnte Geld, Essen, Reputation, Liebe, Beziehung, Sex, Abenteuer, Spass, Meditation, Gesundheit sein. Ist egal. Einfach dass, was du mehr als alles Andere in deinem Leben willst. Andere Dinge könnten gehen, aber nicht dieses Bedürfnis.

Jetzt stelle dir vor, dieses Bedürfnis wurde wie von einer Atombombe einfach weggesprengt. Und an dessen Stelle ist jetzt nur Wüste und nicht das geringste Gefühl. Du kannst dieses Gefühl schlichtweg nicht mehr finden.

Dein Bedürfnis für diese Sache, diese Erfahrung, ist für dich einfach vom Antlitz der Erde verschwunden. Du bist zurückgelassen mit der Erinnerung wie du warst, wie du gefühlt hattest, was du üblicherweise gehandelt hast.

Du bist nicht mehr länger diese Person. Du wirst sie nie mehr sein. Die Änderung ist total, endgültig und für immer. Dieses Bedürfnis ist tot.

Wie dem auch sei, ich brauchte keine Beziehung mehr. Es kümmerte mich nicht, ob es so oder so war. Sex interessierte mich noch. Aber das ganze Partnerschaftsding machte keinen Sinn mehr für mich.

Und ich endete in einer Partnerschaft. Ich heiratete. Aber als ich das tat, fühlte ich noch immer auf die gleiche Art und Weise. Du könntest diese Erfahrung „maximale Gleichgültigkeit“ nennen. Ich war in Beziehung aber ich fühlte mich in keinster Weise gebunden. Für mich fühlte sich Beziehung so frei an wie wenn ich in keiner Beziehung wäre. Beides war ok für mich.

Ich konnte sie lieben und ebenso war es mir gleich was passierte. Paradoxerweise, war ich aufgrund dessen in der Lage noch mehr zu lieben. Ich hatte keine persönliche Absicht, weder bewusst noch unbewusst.

Ich staunte über die Weisheit des Universums. Irgendwie ist es passiert, dass ich da landete, wo ich hin wollte. Ich wollte immer schon in einer Beziehung sein ohne mich bedürftig oder nicht komplett zu fühlen.

Ironischerweise ist das nur deshalb in mein Leben getreten, weil es mir egal war, ob ich es bekomme oder nicht. Ich brauchte es nicht mehr, deswegen hatte ich es auf einmal. Es war mir wirklich egal, es machte mich nicht glücklicher, obwohl ich jetzt soviel Liebe in meinem Leben erfuhr, dass ich nicht wusste wohin damit.

Du fragst dich jetzt vielleicht, was diese Geschichte mit dem Verlust von Liebe und dem Finden der Liebe mit kosmischem Bewusstsein und dem Übergang in den LOC 700 zu tun hat. Manchmal ist das Leben der Guru.

Ich erzähle dir meine persönliche menschliche Geschichte, weil ich klar machen willen, dass der spirituelle Schock, der dich auf die nächste Ebene trägt, in jeder Form erscheinen kann. ES wird Alles dazu nutzen was nötig ist um dich aufzuwecken.

Als mein Herz in Portland, Oregon, zerbrochen ist, warf mich der Einschlag in eine neues Level von Nicht-Anhaftung, welches ich durch eigene Anstrengung zuvor nie erreichen konnte. Eine Lebenskrise war notwendig und das war exakt das, was ich bekam. Und es kam von dem Bereich, von dem ich es zuletzt erwartet hatte – der Beziehungsebene.

 

(Aus dem Buch „1000“ von Ramaji)