LOC 900

Der zögerliche Einsiedler: LOC 900

Weil die meisten Menschen nicht im LOC 900 verweilen werden, übernimmt dieses Kapitel ein wenig die Funktion eines Platzhalters, damit mein Modell der Reise des Bewusstsein komplett ist. Ich habe die lokale Busroute auf meiner spirituellen Reise genommen und so habe ich die meisten Stops (Haltestellen) gesehen, auf denen die Menschen vorbeikommen. Das inkludiert auch diese Station in den niedrigeren LOC 900, welche ich den zögerlichen Einsiedler nenne.

Auf dieser Station gibt es noch immer einen subtilen Schleier oder eine Membran, welche den Weisen von der Welt trennt. Es ist wie in einem Raum mit Glaswänden zu leben. Du kannst sehen, dass alles ok ist, du weißt, was los ist, aber irgendwie bist du nicht vollständig verbunden.

Du verbleibst entfernt. Du bist so subtil unnahbar und distanziert. Du bist ein bisschen entfernt. Es ist genug, um einen Spalt zu erzeugen, den du fühlen kannst. Dieser Spalt lässt dich sicher und unberührbar fühlen.

Es ist so, als wärst du zu fein, zu noble, zu erhaben für diesen ekelhaften, hässlichen, groben, vulgären, krassen, ekelhaften, brutalen Planeten. Diese spirituelle Fensterscheibe ist durchsichtig. Es ist sehr schwierig sie zu entdecken.

Du genießt die Vorteile der Erleuchtung ohne die endgültige Steuer – alles aufzugeben für Gottes Lohn – zu bezahlen, du willst nichts wissen über diese unsichtbare Glaswand. So manifestiert es sich als ein leichtes und ungestörtes Leben.

Es bedeutet auch, dass du dein Beteiligtsein an anderen Menschen auf ein Minimum reduzierst. Du lebst in einem selbst erbauten ruhigen, stillen Glaskäfig.

Der LOC 900 Weise will noch immer seine Umgebung kontrollieren. Das verweist auf eine Dualität. Das ist der letzte Schleier.

Wenn der LOC 900 Weise diesen letzten Schleier lüftet, ist er frei. Bis dorthin erstickt er sich selbst. Er hat noch nicht alle Auswirkungen seiner Realisierung umarmt/angenommen. Der LOC 900 Weise sagt „Es ist alles das Selbst“. Gut. Dann lebe es so. Rede nicht nur darüber.

Einst war ich auch ein zögerlicher Einsiedler, die Welt vermeidend

Ich nenne diese Station „zögerlicher Einsiedler“ basierend auf meiner eigenen Erfahrung sowie auf der Beobachtung von Menschen, die hier Station machen. Nach der lebensverändernden Offenbarung und Verklärung durch das Amrita Nadi war ich nicht begierig darauf in diese degenerierte, verfinsterte Welt zurückzukehren.

Es ist wahr, ich hatte jetzt eine exquisite, großartige Klarheit, welche mir sagte, dass da nur dieses Licht ist, dass diese glänzende Einheit so vollkommen diese Welt umarmt und dass alles, was gesehen, gehört, gefühlt und gewusst wird, nur dieses eine Selbst ist. Wie auch immer, aus Gründen, die mir nicht klar waren, entstand da noch immer ein Widerwille mich in der Welt zu engagieren.

In meinem Fall, war es nur nach dem finalen Kampf und Showdown mit dem Ich-Gedanken, welches ich im nächsten Kapitel beschreibe, möglich, die Welt bedingungslos als mein Selbst zu umarmen. Von da an konnte ich niemanden und nichts mehr finden , außer mein Selbst. Gleichermaßen, als das eine Selbst, konnte ich auch keine Welt mehr finden. Jede Ahnung, Geschmack, Duft oder Empfindung von „Anderen“ war gelöscht.

Was ist das letzte Hindernis für den LOC 900 Weisen ? Um es so einfach wie möglich zu sagen, er oder sie hält noch immer auf irgendeine Art und Weise am Konzept von „eine Welt“ fest. Das Konzept oder die Idee der Welt wird vorausgesetzt und projiziert. Um auf LOC 1000 zu kommen, müssen alle Konzepte gehen.

Ramana Maharsi macht es mehr als deutlich klar, dass du nicht das Selbst realisieren kannst und gleichzeitig die Welt sehen kannst. Er drückt es prägnant in seinem bekannten Essay von 1920 „Wer bin ich“ aus.

Frage:

Gibt es eine Realisierung des Selbst, selbst wenn die Welt da ist und als real angenommen wird ?

Ramana:

Wenn der Mind, welcher der Grund für alles Wissen und alle Aktionen ist, abklingt, wird die Wahrnehmung der Welt enden … die Wahrnehmung deiner wahren Natur, das Substrat, wird solange nicht vorherrschen, solange die Wahrnehmung der Welt, welche eine Überlagerung ist, nicht verschwindet… So etwas wie „die Welt“ gibt es nicht unabhängig von Gedanken. Da sind keine Gedanken im Tiefschlaf, und da ist keine Welt… Wenn der Mind von dem Selbst ausströmt, erscheint die Welt. Konsequenterweise, wenn die Welt erscheint, wird das Selbst nicht gesehen, und wenn das Selbst erscheint oder auftaucht, wird die Welt nicht erscheinen.

Wenn ich diesen Punkt für Menschen lehre, fasse ich es meist zusammen mit „Da ist keine Welt. Da ist nur das Selbst“. Wenn du stabilisiert bist in dem, dann ist es klar und du bist durch.

(Übersetzt aus Ramajis Buch „1000“ Seite 508-510)

ZUM LOC 1000